Die meisten Zillertal-Touristen fahren vorbei an Fügen, dem ersten Dorf im Tal. Auf der Hauptstraße weiterfahrend nimmt der Reisende wahrscheinlich nur den spitzen Kirchturm wahr und ein großes Möbelhaus. Wer sich Zeit für Fügen nimmt, entdeckt einen der interessantesten Zillertal-Orte. Im Zentrum schmale Gassen um die dicken Mauern der Kirche und der Bubenburg, eine ehemalige Anstalt der Kapuziner-Mönche für schwererziehbare Knaben. Die Häuser teilweise so eng, daß sich die Leute von Fenster zu Fenster die Hand reichen könnten. Bis ins Zentrum Bauernhöfe, die ihre Misthaufen zur Straße haben und sich von den Winterurlaubern nicht aus dem jahrhundertealten Konzept bringen lassen. Das Weihnachtslied Stille Nacht soll von Fügen aus in die Welt getragen worden sein. Die Fügener Rainer-Sänger, sie waren Stars auf der ganze Welt, haben es mit auf Tournee genommen. Mehr darüber im Heimatmuseum, das den Zillertaler Sängern gewidmet ist. Die heißesten Discos des Zillertals hat Fügen, wenn man mal von den Tempeln in Mayrhofen absieht. Und Vivienne Westwood, die berühmte Londoner Punk-Designerin hat Fügen zu ihrem österreichischen Heimatort erwählt. Der Grund ganz simpel: ihr Mann Andreas Kronthaler wuchs hier auf. Der Schwiegervater der schrillen Lady lebt im Dorf. Er betreibt die Kunstschmiede Kronthaler, an der Dorfdurchgangsstraße. Ins Skigebiet von Fügen vom Ortsrand mit einer 4er-Gondel. Oben der neue 6er-Sessel Arzjoch, der einen langen Schlepper ersetzt, dann noch ein 3er- und 2er-Sessel und zwei Schlepper. Ein harmloses Gebiet aus Wellen, Mulden, Hügel und Fichten im Bonsaistil. Mit 21 km ist das Fügener Spieljoch eines der kleinsten Skigebiete im Zillertal mit der Unannehmlichkeit, keine präparierte Talabfahrt zu haben. Ins Tal lediglich eine rote Skiroute, die ist allerdings von der Sonne rasch verdaut. Fast immer muß man zurück die Gondel ab Mittelstation nehmen. Die Talstation liegt am Ortsrand.
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